
Der Lübecker Stadtwald ist nach wie vor eines der aktuelleren Themen in Lübeck und dies nicht erst seit Umweltminister Goldschmidt am 12. März 2026 einen Termin vor Ort wahrgenommen hat.
Die Elbe-Lübeck-Leitung ist seit über einem Jahr in der Diskussion der Lübecker Bürgerschaft. Eine mögliche Nordquerung hat auch unsere Fraktion unterstützt und auf diese Lösung gehofft.
Stand jetzt wird es eine Überspannung des Bartelsholzes als „Kompromisslösung“ geben. Was als Rettung des Waldes gilt, ist allerdings ein fauler Kompromiss, dem mindestens 5 Hektar Wald (ohne Überspannung werden es wenigstens 10 Hektar sein) zum Opfer fallen werden. Senator Hinsen hatte dies bereits im November vergangenen Jahres als Kuhhandel bezeichnet. Der Netzbetreiber Tennet zeigt seine Bereitschaft, den Wald mit 85 Meter hohen Masten zu überqueren.
Die Energiewende in unserem Land zeigt einmal mehr, dass Klimaschutz vor Umweltschutz geht. Flatterstrom ersetzt sicheren Strom durch Kernenergie, auf den unsere Nachbarländer setzen mit Reaktoren neuerer Technologie. Und nicht nur dort. Überall in der Welt setzt man auf sicherere Kernenergie.
Die Abschaltung der Kernkraftwerke war unüberlegt und nicht an die Erfordernisse der Zukunft orientiert. Dem ein oder anderen Verantwortlichen dämmert dies mittlerweile. Da seien an dieser Stelle nur Frau von der Leyen und Herr Söder genannt. Zu spät.
Jetzt ist das Gejammer da und selbst die Grünen stimmen dieser Sünde am Bartelsholz zu. Verirrt im Wahn des Klimaschutzes?
5 Hektar Wald abzuholzen ist eine Katastrophe. Einen Baumbestand zu vernichten, der zum Teil 130 bis 160 Jahre alt ist. 5 Hektar Waldfläche, von denen mindestens 900 m2 dauerhaft versiegelt werden. Es werden eher mehr.
Gerade Schutzmaßnahmen für den Wald sind ein wichtiger Teil des Umweltschutzes. Der Wald ist nicht nur ein CO2 -Speicher und Produzent von Sauerstoff. Der Wald steht für Biodiversität und Schutz des Bodens. Darüber hinaus sind Wälder, die am naturnächsten genutzten Ökosysteme. Von allen Lebensräumen an Land beherbergen sie die höchste Artenvielfalt und sind ein wichtiger Lebensraum auch für geschützte und bedrohte Arten. Sie sind zugleich Wasserspeicher, Wasserfilter und tragen zu sauberem Grundwasser bei.
Eine Schneise im Wald von dem Ausmaß macht den ganzen Wald anfälliger für witterungsbedingte Einflüsse.
Zu guter Letzt sind Wälder Orte der Erholung, Bildung und ein Quell von Naturerlebnissen und für jedermann zugänglich.
